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MSF Master Star Fund Deutsche Vermögensfonds I AG & Co. KG: Promi-Politiker-Pleite mit Millionen-Schaden zu befürchten?

 

Als Prominentenfonds mit Politikern als Zugpferde machte der MSF die Runde in der Branche. Verdienen solche Politiker das Vertrauen, wenn  Informationsdienste bereits seit Oktober 2004 sein jähes Ende voraussagten? Trotzdem vermittelte die Futura Finanz ungehemmt Beteiligungsverträge. Am 16. Juni 2005 verfügte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht endlich die Schließung.

 

Prominente Politiker warben für Vertrauen in den MSF. Neben Walter Rasch (FDP-Politiker und ehemaliger Berliner Senator) war auch – neben drei weiteren Politikern – bis November 2004 der ehemalige Verteidigungsminister Prof. Dr. Rupert Scholz mit von der Partie.

 

Nach Vorstellungen der Initiatorengesellschaft, DPM Deutsche Portfolio Management AG (Braunschweig), und dessen Vorstand Rasch, sollten insgesamt € 200 Mio. Anlegergelder durch die Vertriebsfirma Futura Finanz AG eingesammelt werden. Die Zeichnungssumme soll wohl auch „eingefahren“ worden sein. Überraschend ist die zwar noch nicht bestandskräftige, aber sofort vollziehbare Abwicklungsverfügung der Behörde nicht, denn Kritik gab es an dem Anlageangebot nach Branchenberichten schon seit Herbst 2004.

 

So berichtete der Direkte Anlegerschutz (DA) im Oktober 2004 von einem hohen Risiko, nämlich dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Abwicklung des gesamten Fonds anordnen könne. Er war der Ansicht, dass möglicherweise unerlaubte Bankgeschäfte betrieben worden sein könnten (Finanzkommissionsgeschäfte). Gleichermaßen berichtete kapital-markt intern (kmi) im November 2004 von Ermittlungen der BaFin in Bezug auf unerlaubte Bankgeschäfte. In das Konzert der Kritiker reihte sich im gleichen Zeitraum auch die Zeitschrift Finanztest ein und ebenso der Infodienst Fondstelegramm.

 

Keine Referenz für das MSF-Angebot war mit Sicherheit auch die Tatsache, dass der Vorstand des Alleinvertriebs Futura Finanz AG 2004 im Focus strafrechtlicher Untersuchungen stand. Auch die Tatsache, dass Rat und Tat aus dem Dunstkreis der Göttinger Gruppe gebührend angenommen worden sind, war sicherlich alles andere als eine Empfehlung. Auch die Spur über das Firmengeflecht DPM Deutsche Portfolio Management AG (Braunschweig) und den Firmen DA Deutsche Anlagen AG (Berlin) sowie Trust Consult GmbH (Berlin) lässt wohl Verbindungslinien zur Göttinger Gruppe erscheinen.

 

Ob die Anleger ihr Geld bei vollständiger Aufklärung über die kritischen Stimmen in der Branche dem MSF anvertraut hätten, darf wohl mit Recht bezweifelt werden. Ob die eingesammelten Gelder ungeschmälert an die Anleger wieder zurückgezahlt werden, darf wohl mit einem großen Fragezeichen versehen werden. Der von der Finanzdienstaufsicht eingesetzte Abwickler Henningsmeier wird jedenfalls alle Hände voll zu tun haben.

 

(Test als pdf-Datei)

18.06.2005 (HG)



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